Vier Jahre nach dem großen Haferdrink-Test hat sich die Stiftung Warentest im Sommer 2024 eine neue Produktgruppe angeschaut: Haferdrink zum Anrühren. Acht Instant-Produkte, sechs davon Bio, in drei Formaten: sechs Pulver, ein flüssiges Konzentrat und ein Produkt, das als gepresste Blätter verkauft wird. Als Referenz für den Geschmack diente der Oatly Barista. Das Ergebnis ist für ein junges Format erstaunlich gut, mit einer Ausnahme.
Was geprüft wurde
Es war ein Schnelltest, kein vollständiger Warentest mit Schadstoffanalyse. Geprüft wurden Geschmack und Sensorik des angerührten Drinks, die Schaumqualität, Handhabung und Verpackung. Die Dosierung folgte den Herstellerangaben: Bei den Pulvern ein Esslöffel auf 100 Milliliter Wasser, beim Konzentrat etwa eins zu zwei mit Wasser verdünnt oder direkt in den Kaffee, bei den Blättern eine Portion auf 230 Milliliter Wasser, gemixt mit Mixer oder Pürierstab.
Das Ergebnis
Alle acht Produkte kamen geschmacklich an herkömmliche Haferdrinks heran. Das ist die zentrale Aussage und sie war vorher nicht selbstverständlich, weil Trocknung und Rehydrierung den Geschmack verändern können. Nur das Haferdrink-Konzentrat von dmBio fiel mit einer bitteren Note auf. Bei der Handhabung lagen die Pulver vorn: anrühren, fertig. Die Blätter brauchen Mixer und Zeit, das Konzentrat ist am einfachsten, spart aber am wenigsten Volumen. Die Schaumqualität war, wie bei nicht-Barista-Rezepturen zu erwarten, kein Ruhmesblatt, mit Unterschieden zwischen den Produkten.
Was der Test nicht klärt
Den Literpreis, denn der hängt von der Dosierung ab, die bei jedem Produkt anders ist. Die Nährwerte je 100 ml angerührtes Getränk, die auf den Packungen meist je 100 Gramm Pulver stehen. Und die Frage, ob ein Pulverdrink ernährungsphysiologisch etwas anderes ist als ein Kartondrink. Ist er nicht, solange die Zutaten dieselben sind. Er ist nur ohne Wasser. Wie wir mit genau diesen Lücken in unserer Kategorie umgehen, steht auf der Seite Pulver und Konzentrat.
Warum das Format wächst
Ein Liter Haferdrink besteht zu rund 90 Prozent aus Wasser. Wer Kartons schleppt, schleppt Wasser. Pulver spart Gewicht, Platz, Verpackung und Transport und es hält ungeöffnet deutlich länger. Für Menschen ohne Auto, für Reisen, fürs Büro und für alle, die wenig verbrauchen und den halb leeren Karton leid sind, ist das ein echtes Argument. Für Cappuccino-Trinker ist es kaum eines: Ohne Fett und Emulgatoren schäumt angerührter Drink schlecht und die wenigen Barista-Pulver müssen erst beweisen, dass sie im Kännchen mithalten.
Praxistipps die der Test bestätigt
- Mit kaltem Wasser anrühren und dann erst erwärmen, das mindert Klumpen.
- Angerührten Drink eine Stunde kalt stellen, damit sich die Bestandteile binden. Schmeckt runder.
- Mehr Pulver für mehr Cremigkeit, das ist bei Pulver der einzige Regler, den der Karton nicht hat.
- Angerührt wie einen geöffneten Karton behandeln: Kühlschrank, zwei bis drei Tage.
Einordnung
Der Schnelltest ist eine Momentaufnahme von 2024. Seitdem sind neue Pulver dazugekommen, etwa aromatisierte Latte-Varianten und das Konzentrat von dmBio kann inzwischen eine andere Rezeptur haben. Wir nennen das Ergebnis mit Jahr und ohne Rangliste, weil die vollständigen Bewertungen hinter der Bezahlschranke liegen. Was bleibt, ist die Grundaussage: Anrühren funktioniert geschmacklich, Schäumen eher nicht und der Preis muss je Produkt gerechnet werden. Wie der Literpreis bei Pulver gegen Karton aussieht, steht im Ratgeber Was kostet Haferdrink?.
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Quellen
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