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Hafermilch oder Haferdrink: Warum auf der Packung nicht Milch steht

Fast alle sagen Hafermilch, kein Hersteller darf es draufschreiben. Die Regel dahinter ist älter als der Trend, und sie erklärt einige Wortspiele im Regal.

Die kurze Antwort

Gleiches Produkt, zwei Wörter

Hafermilch und Haferdrink meinen dasselbe Getränk: Wasser, Hafer, meist etwas Öl und Salz, je nach Rezeptur Calcium, Vitamine oder ein Säureregulator. Der Unterschied ist rein rechtlich. "Milch" darf in der EU nur heißen, was aus dem Euter kommt. Deshalb steht auf jeder Packung Haferdrink, Hafergetränk oder ein Wortspiel, und deshalb verwenden wir in Tabellen, Produktnamen und Filtern immer die Bezeichnung, die auch auf dem Karton steht. Im Fließtext schreiben wir trotzdem manchmal Hafermilch, weil das nun mal das Wort ist mit dem die meisten Menschen suchen.

Woher die Regel kommt

Die Grundlage ist die EU-Verordnung 1308/2013 über die gemeinsame Marktorganisation für Agrarerzeugnisse. In Anhang VII, Teil III steht sinngemäß: Milch ist das Erzeugnis, das durch Melken gewonnen wird, und Bezeichnungen wie Milch, Butter, Käse, Joghurt oder Sahne sind Milcherzeugnissen vorbehalten. Das gilt auch dann wenn ein Zusatz wie "pflanzlich" oder "vegan" dabeisteht.

Richtig bekannt wurde die Vorschrift 2017. Ein deutsches Unternehmen hatte Produkte als "Tofubutter" und "Pflanzenkäse" verkauft, die Wettbewerbszentrale klagte, das Landgericht Trier fragte in Luxemburg nach. Der Europäische Gerichtshof entschied am 14. Juni 2017 in der Rechtssache C-422/16, dass solche Bezeichnungen für rein pflanzliche Produkte unzulässig sind, auch mit erklärenden Zusätzen. Seitdem ist die Lage eindeutig und die Hersteller halten sich daran.

Warum es trotzdem Kokosmilch gibt

Es gibt eine Ausnahmeliste. Die EU hat traditionelle Bezeichnungen freigestellt, die schon lange üblich sind und bei denen niemand ernsthaft an Kuhmilch denkt. Kokosmilch steht drauf, Erdnussbutter auch, außerdem Kakaobutter und Leberkäse. Hafer hatte zum Zeitpunkt der Liste schlicht keine Tradition als "Milch" und ist deshalb nicht dabei. Für Hersteller ändert sich daran nichts, solange die Liste nicht neu verhandelt wird.

Not M*lk, No Muhh und andere Umwege

Weil das Wort verboten ist, wird kreativ damit gespielt. Alpro nennt eine Linie "This Is Not M*lk", REWE hat einen "No Muhh Hafer-Soja-Drink", EDEKA "No Milk", Aldi "But Almost Milk" und enerBiO "Keine Voll Milch". Das ist rechtlich zulässig, weil das Produkt nicht als Milch bezeichnet, sondern ausdrücklich davon abgegrenzt wird. Für dich als Käufer heißt es: Diese Produkte sind in der Regel Rezepturen, die an Kuhmilch angelehnt sind, oft mit 1,8 oder 3,5 Prozent Fett und teilweise mit Soja für mehr Protein. Wir führen sie in unseren Produktkategorien als milchähnliche Drinks, damit du sie von Natur- und Barista-Varianten unterscheiden kannst.

Was das für die Suche bedeutet

Wenn du "Hafermilch ohne Zucker" suchst, findest du bei uns dasselbe wie bei "Haferdrink ohne Zucker". Die Suche auf dieser Seite versteht beide Begriffe und auch Hafergetränk, Oat Drink und Oat Milk. Nur eines machen wir nicht: den Namen eines Produkts verändern. Wenn Oatly "Haferdrink Bio Barista" schreibt, heißt es bei uns genauso. Das ist wichtig, weil wir Produkte über ihre offizielle Bezeichnung und die GTIN eindeutig zuordnen.

Sagt der Name etwas über die Qualität?

Nein. Ob auf der Packung Drink, Getränk oder ein Wortspiel steht, hat keinen Zusammenhang mit Haferanteil, Zuckergehalt oder Schaumverhalten. Entscheidend ist die Zutatenliste und die Nährwerttabelle. Ein Drink mit 10 Prozent Hafer und Rapsöl verhält sich im Kaffee anders als einer mit 15 Prozent Vollhafer und ohne Öl, egal wie er heißt. Genau das vergleichen wir in den Kategorien Barista, ohne Zucker und Bio.

Und was ist mit Hafermilch selbst gemacht?

Zu Hause darfst du dein Getränk nennen wie du willst. Die Verordnung regelt das Inverkehrbringen, nicht deinen Küchentisch. Selbst gemachte Hafermilch unterscheidet sich technisch aber deutlich von gekaufter: Ohne den enzymatischen Stärkeabbau aus der Fabrik wird sie schnell schleimig, sie setzt sich ab und schäumt kaum. Wie das im Werk funktioniert und warum ein Haferdrink süß schmeckt, obwohl kein Zucker zugesetzt ist, erklären wir im Ratgeber.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Ist Hafermilch dann ein falscher Begriff?

Im Alltag nicht. Er ist nur als Verkehrsbezeichnung auf der Packung nicht erlaubt. Du kannst ihn sagen, suchen und schreiben, wir tun das auch. Hersteller und Händler müssen sich an Haferdrink oder ähnliche Bezeichnungen halten.

Gilt die Regel auch in der Schweiz?

Die Schweiz ist kein EU-Mitglied, kennt aber ähnliche Vorgaben im eigenen Lebensmittelrecht und die meisten Produkte dort tragen ebenfalls "Drink". Für importierte EU-Produkte gilt ohnehin die EU-Kennzeichnung. Wir übernehmen für Schweizer Produkte immer die Bezeichnung des dortigen Etiketts.

Warum heißt es bei manchen Produkten Hafergetränk statt Haferdrink?

Beides ist erlaubt, Haferdrink hat sich im Handel durchgesetzt. Hafergetränk findet man häufiger bei älteren Rezepturen und bei Bio-Marken. Inhaltlich gibt es keinen Unterschied, wir behandeln beide als Synonym und zeigen den Namen so wie er auf der Packung steht.

Mitmachen

Ein Produkt fehlt? Ein Wert stimmt nicht?

Schreib uns eine kurze Mail mit Produktname und wenn möglich einem Foto von Zutaten und Nährwerten. Wir prüfen die Angaben und tragen sie nach, meistens innerhalb weniger Tage.

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Oder direkt: info@haferdrinks.de